Jongomero

Jongomero-Projekt im Landkreis Freising

Freisinger Tagblatt "Wichtige Kraftquelle für den Alltag"
Freitag, 12.August 2011

mit Interview: Dr. Christoph von Schilling

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Wildnis: Jongomero lässt Kinder wieder lachen

Aktueller Online-Artikel in der Schwäbischen Zeitung vom 08.06.2011

 

Jongomero

Sich selber wieder fühlen...

Lange Zeit haben Kinder und Jugendliche körperlich kranker Menschen, besonders krebskranker Eltern und Geschwister, nur wenig oder gar keine Beachtung gefunden. Erst in den letzten Jahren sind sie in den Blickpunkt psychoonkologischer und –therapeutischer Behandlung gerückt. Dass neben den Patienten auch das sie umgebende Familiensystem einer Versorgung bedarf, ist mittlerweile eine wichtige Tatsache.
Kinder und Jugendliche, deren Eltern oder Geschwister schwer erkrankt sind, die einen Elternteil oder Geschwister durch Tod verloren haben oder selbst eine schwere Krankheit überwunden haben, benötigen besondere Unterstützung.
Die Natur hilft!

Und einen wichtigen Beitrag dazu kann die Natur leisten. Seit über 10 Jahren machen wir, auch durch eigene Betroffenheit, die unterschiedlichsten Erfahrungen, wie die Natur auf Kinder und Jugendliche schwerkranker Menschen heilend wirkt. Uns wurde klar, dass die Natur uns Menschen dort berührt, wo wir es gerade am nötigsten brauchen. Der Mensch als
Begleiter tritt in den Hintergrund und hält
den Rahmen für diese intensiven Begegnungen. Es wird
wieder möglich zu sich zu kommen.
„Als langjähriger mit diesem Problem befasster Therapeut empfinde ich die Wildniscamps, wie sie hier vorgestellt werden, als sehr hilfreiche Bereicherung der Arbeit mit diesen Kindern und Jugendlichen.“
Hans Werner Saloga
Kinder- und Jugendlichenanalytiker, Psychotherapeut Mitglied Netzwerk „Kinder krebskranker Eltern“, Mitglied Netzwerk Psychosoziale Onkologie München
Wie hilft uns die Natur?
Die Natur nimmt die Sprachlosigkeit an, um mit den Betroffenen auf ihre Art zu
kommunizieren.
Die Natur bricht „Versteinerungen“ auf; Nähe und Berührung wieder zuzulassen,
fällt in der Natur leichter und erlaubt durch eine Stabilisierung oft erst problem-
zentriertes Arbeiten.
Die Natur spricht die Sinne und das Körpergefühl auf „natürliche“ Art an, und ermöglicht, neben der Krankheit des Angehörigen eigene Gefühle und Bedürfnisse aufrecht zu erhalten und sich von parentifizierten Elementen freizumachen.
Die Natur hilft mit der starken Rückverbindung zu den Elementen Wasser, Feuer, Erde und Luft, Verletzungen an die Oberfläche steigen zu lassen, um dadurch Heilung zu erfahren.
Die Natur wirkt als heilender Raum für die verwundete Seele mit uns als Begleiter.
Die Natur gibt uns Lebendigkeit, schöpferische Kraft und ungeahnte Freiräume. Das „Verwurzeltsein“ mit der Erde gibt uns Kraft und Raum für Kreativität und neue Entwicklungen – gerade auch in Notsituationen.
Die Natur erweckt eine eigene „Gangart“ im Rhythmus der Seele, die uns zu Plätzen und Begegnungen
führt, die uns auf wundersame Weise berühren und dabei heilsam wirken.
Die Natur erdet durch Verwurzelung im unmittelbaren, sinnhaften Erleben und schenkt uns wertvolle Lockerung.

Unsere Camps
Unter professioneller Betreuung verbringen die Kinder und Jugendlichen eine erlebnisreiche Zeit in der Natur. Bei Streifzügen durch den Wald, beim Schnitzen, am Lagerfeuer sitzen und vielen anderen Aktivitäten erfahren die Kinder, wie heilend Natur wirkt. Die erlebte Gemeinschaft mit anderen Kindern, die ein ähnliches Schicksal teilen, ist ebenso hilfreich wie die Gespräche mit den Wildnis- pädagogen. Auch für die Eltern und Angehörigen sind die Naturcamps ein großer Gewinn.
Eine positive Entwicklung der Kinder und Jugendlichen ist deutlich spürbar. Angespornt durch die Erfolge vergangener Camps,
finden nun monatliche Wildnistage statt, zu denen möglichst viele
betroffene Kinder und Jugendliche Zugang erhalten sollen.
Mehrtägige Wildniscamps, die jährlich in der Ferienzeit stattfinden, sind bereits in Planung und werden über die Presse und die Homepage rechtzeitig bekanntgegeben.